· 

5 Tipps für einen positiven Start in den Tag

Oder: Und plötzlich brach sie in Tränen aus

Die Nacht war ziemlich unruhig und ich fühle mich wie gerädert, während meine Tochter fröhlich um mich herum springt und singt. Ich mache mir meinen Kaffee, meinen Tee, mein warmes Wasser mit Zitrone - im Grunde ist es egal was. Hauptsache, es ist heiß und ich kann es genießen. In Ruhe.

Mein Mädchen hat die Bundstifte entdeckt und beschlossen, diese müssten dringend angespitzt werden. Sie trägt die Sachen zu mir an den Küchentisch. Sicher, sie möchte Gesellschaft dabei haben, anstatt allein in ihrem Zimmer zu sitzen, doch ich verdrehe innerlich die Augen. Mir ist nach Ruhe! Außerdem erwacht in mir die Sorge um den Tisch, den ich gerne frei von Farbe halten möchte.

Lioba ist in ihr Schaffen vertieft. Sie beschreibt genau, was sie tut, jeden Handgriff. Ich werfe ihr kurze Blicke zu, lächle, murmle: "Machst du toll, mein Schatz." Doch meine Aufmerksamkeit liegt auf dem Smartphone. Was für andere die Zeitung ist, ist für mich Social Media. Ich lese die neusten Infos, Fragen in diversen Gruppen und gebe meinen gut gemeinten Kommentar dazu.

Mein Mädchen scheint mit der Spitzerei fertig zu sein. Sie setzt den Stift an und ich rufe erschrocken aus: "Doch nicht auf dem Tisch!"

Lioba zuckt, erstarrt, starrt erschrocken auf den rosa Farbstrich mitten auf dem Holztisch. Tränen treten in ihre Augen, schon schluchzt sie heftig. Und ich...

Wie reagierst Du?

Ich hätte jetzt auf viele verschiedene Weisen reagieren können. Ich hätte wütend  über die Farbe reagieren können. Ich hätte ihr vorwerfen können, dass sie nun keinen Grund zum Weinen habe. Ich hätte auch mit Verständnis reagieren können, erklären, dass es nicht so dramatisch sei, wir die Farbe zusammen wegwischen können und hätte ihre Tränen getrocknet. Mindestens ein Dutzend Variationen dazwischen wären möglich gewesen. Eine jede wäre geprägt von der unruhigen Nacht, dem Wunsch nach Ruhe, dem Missfallen über die Farbe und das Geplapper am frühen Morgen und zugleich, dem Wunsch, meiner Tochter mit Achtsamkeit zu begegnen, ihre Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und Wert zu schätzen.

Tatsächlich spielt das alles keine Rolle, denn die Sache mit dem Wert schätzen beginnt bereits viel eher. Ich bin dankbar, dass diese Situation nicht so stattgefunden hat. Nicht ganz...

Du entscheidest, wie Dein Tag wird

Tatsächlich spielt es überhaupt keine Rolle, wie die Nacht war. Entscheidend ist, wie meine Einstellung zum Tag ist. Als sehr hilfreich empfinde ich, dass ich bereits beim Zähneputzen mein Spiegelbild anlächeln kann.

 

In der Küche bereite ich mein Frühstück zu, freue mich bereits darauf. Mein Mädchen kommt mit Stiften, Schüssel und Anspitzer in die Küche. Sie möchte Gesellschaft haben und legt alles achtsam auf den Tisch, ehe sie auf ihren Hochstuhl klettert. Ich setze mich mit meinem Frühstück dazu und genieße den Moment. Einfach mal zuschauen. Im Jetzt sein. Staunen.

 

Lioba ist fokussiert. Detailliert beschreibt sie jeden Handgriff. Behutsam dreht sie den Stift, pflückt ein winziges Stück Holz vom Spitzer und legt es in die Schüssel.

Irgendwann sind die Stifte spitz genug. Lioba probiert einen aus und es entflieht meinen Lippen: "Doch nicht auf dem Tisch!"

Lio stockt, dann rollen die Tränen. Nicht einmal wegen meiner Worte, sondern weil sie über ihr eigenes Tun erschrocken ist. Minuten zuvor erklärte sie noch, dass nicht auf dem Tisch, sondern auf Papier gemalt wird. Und nun ist Farbe auf dem Tisch.

Kommt es auf die Handlung an? Oder auf die Wahrnehmung?

Bis hier hat sich an Liobas Verhalten absolut nichts verändert. In beiden Geschichten geschah das Selbe. Was sich veränderte, sind meine Handlungen, meine ganze Einstellung und meine Wahrnehmung. Und daher reagiere ich:

Ich erkenne ihren Schreck, wie Leid es ihr tut, und biete kuscheln an, hole sie auf meinen Schoß und drücke mein Mädchen an mich. "Es ist in Ordnung. Das wischen wir später weg. Wollen wir ein Papier holen?" Schluchzend folgt ein: "Jaha." Auf dem Weg versiegen die Tränen bereits. Hand in Hand holen wir Papier, dann setzt sich Lio wieder an den Tisch, greift nach einem Stift, reibt sich die letzten Tränen aus den Augen und erklärt: "Ich brauche ein Taschentuch." Sie erhält das Tuch, putzt sich die Nase und stellt fest: "Wenn ich weine habe ich Schnupfen."

 

Und wieder etwas gelernt. So viele und noch mehr Erkenntnisse in wenigen Minuten. Ein Wechselbad der Gefühle! Alles darf sein. Ich bin dabei, staune und genieße.

5 Tipps für einen positiven Start in den Tag

auch wenn die Nacht sch***e war:

"Du entscheidest, wie Dein Tag wird!" Das ist leicht gesagt. Ganz besonders nach einer Nacht mit wenig Schlaf - aus welchen Gründen auch immer. Eines nehme ich direkt vorweg: Nach einer gewissen Anzahl von Nächten mit wenig Schlaf, ist das einzige, was fehlt, um den Tag irgendwie zu überleben: Schlaf. Den gilt es zu bekommen und da gilt es Unterstützung einzufordern. Insbesondere bei stillenden Mamas sind dann Partner:innen, (Schwieger-)Eltern und gute Freunde gefragt, die sich um die Kinder kümmern, während Mama am Tag ein paar Stunden Schlaf nachholt.

 

Doch in allen Situationen, in denen die schreckliche schlaflose Nacht kein Dauerzustand ist, liegt es in der Macht eines jeden Einzelnen, den Tag von Anfang an angenehm zu gestalten. Hier sind ein paar Tipps, wie dies gelingen kann:

1. Angenehme Bilder beim Aufwachen

In den Momenten des Erwachens, diesen Minuten des Übergangs von Schlaf und Traum zum Aufwachen, besteht noch ein Zugang zu unserem Unterbewusstsein. Die Bilder, die wir in diesen Momenten sehen, sind wie Samen in fruchtbarer Erde. Sie prägen sich in uns ein und gestalten tatsächlich unseren Tag mit. Bei jeder Reaktion an diesem Tag erinnern wir uns unbewusst an diese ersten Bilder beim Erwachen. Dies beeinflusst unsere Reaktionen und Entscheidungen.

Rufe daher beim Aufwachen Bilder vor Deinem geistigen Auge auf, die Dich wortwörtlich zum Lächeln bringen. Es können Deine liebsten Erinnerungen oder auch Deine größten Wünsche sein, die Du Dir erfüllen möchtest.

2. Selbstliebe noch vor dem Aufstehen

Die Audio "Selbstliebe" ist ein absoluter Schlechte-Laune-Killer. Sie dauert noch nicht einmal 22 Minuten. Mit angenehmer Musik, Klängen aus der Natur und positiven Affirmationen zauberst Du Dir den wärmsten Frühlingsmorgen ins Bett, selbst wenn es draußen ungemütlich kalt und grau ist. Die integrierten binauralen Beats unterstützen Dich zum Ende der Audio beim Aufwachen. Dies ist in jedem Fall die angenehmere Variante, als fünf Mal auf die Snooze-Taste des Weckers zu drücken.

Du kannst diese Audio noch im Bett, unmittelbar vor dem Aufstehen, hören, oder so bald wie möglich, wenn Du auf den Beinen bist. Auch beim morgendlichen Stillen Deines Kindes ist sie als Begleitung geeignet.

Beachte lediglich folgende wichtigen Punkte:

  1. Schalte Dein Smartphone unbedingt in den Flugmodus.
  2. Höre die Audio mit Kopfhörern, damit die binauralen Beats funktionieren können.
  3. Die Audio ist leider nicht für Epileptiker geeignet.

Im Rahmen meiner 14-Tage-Selbstliebe-Challenge erhältst Du diese (und weitere) Audio gratis und bekommst jeden Tag weitere wertvolle Impulse, diesen Tag zum besten Deines Lebens zu machen. Klicke auf das Bild, wenn Du mehr Infos zur Challenge haben möchtest.

3. Wo sind Deine Gedanken und Gefühle?

Hänge Dir ein Schild an die Tür zum Badezimmer. Es kann ein Stück Pappe mit einer auffälligen Farbe, z.B. Gelb, sein und es sollte groß genug sein, dass es sofort ins Auge fällt. Schreibe auf diese farbige Pappe die Frage: "Wo sind meine Gedanken und Gefühle jetzt?" Auf diese Weise kannst Du Dich spätestens mit dem Öffnen dieser Tür zur Reflexion einladen, selbst wenn Dir die ersten beiden Punkte am heutigen Morgen nicht gelangen.

 

Wo sind Deine Gedanken und Gefühle?

Bist Du genervt, weil Du selbst auf dem kurzen Weg vom Bett zum Bad keine Ruhe hast? Bist Du in Gedanken schon bei Deinen Pflichten des Tages? Betrete das Bad am Morgen bewusst. Erinnere Dich, dass dies DEINE Zeit ist. Zehn Minuten, in denen Du ganz bei Dir sein kannst.

 

Du sagst, das geht nicht? Du bist morgens allein für Deine Kinder verantwortlich und diese lassen Dir nicht einmal diese paar Minuten im Bad?

Du kannst es mit ihnen üben. Kommuniziere ruhig und klar, dass diese Minuten im Bad Dir gehören. Erkläre, dass Du danach umso aufnahmefähiger für alles bist, was Deine Kinder Dir mitteilen wollen. Lade sie dazu ein, diese Zeit ebenfalls zu nutzen, um ganz bei sich zu sein. Es wird nicht von heute auf morgen funktionieren, doch mit jedem Tag, an dem Du dies ebenso ruhig wie bestimmt mitteilst, was Du machst und sie einlädst, mitzumachen, wird es leichter.

4. Dankbarkeit auf der Toilette

Was machst Du, während Du auf der Toilette sitzt?

Lauschst Du lediglich dem Geräusch der Erleichterung?

Hast Du bereits Dein Smartphone in der Hand und checkst die neusten Aktivitäten in den sozialen Netzwerken?

Gehst Du im Kopf bereits die ToDo-Liste des Tages durch?

 

Wie wäre es, wenn Du diese wenigen Minuten nutzt, um dankbar zu sein? Es gibt unendlich viele Dinge, für die Du dankbar sein kannst. Die meisten davon sind alltäglich und regelrecht banal. Zum Beispiel diese:

  • Ich bin dankbar für mein warmes Bett.
  • Ich bin dankbar für fließendes Wasser in meinem Haus.
  • Ich bin dankbar für das Dach über meinem Kopf, dank dem ich es trocken habe.
  • Ich bin dankbar für die funktionierende Heizung / genug Holz im Ofen, so dass ich es am Morgen warm habe.

Was fällt Dir noch in diesen wenigen Minuten ein? Vielleicht bist Du so früh auch schon für größere, relevantere Dinge dankbar - doch das spielt keine Rolle. Mit jedem winzigen Dank versetzt Du Dich mehr in den Zustand von Dankbarkeit, Freude und Liebe. Die Anstrengungen der Nacht weichen so von ganz allein.

5. Selbstliebe vor dem Spiegel

Wenn Du vor dem Spiegel stehst, um Dich frisch zu machen, nutze ein paar Sekunden, um Dich anzusehen. Was gefällt Dir, an Deinem Bild? Sind es die Augen? Deine Haut? Deine Haare? Dein Kinn? Kannst Du Dir in die Augen schauen und sagen: "Ich liebe mich?" Oder "Ich liebe Dich?"

Was geht in Dir vor, wenn Du diese Worte aussprichst? Wichtig: Sprich sie wirklich aus! Mit Deiner Stimme, nicht nur in Gedanken. Vielleicht fällt Dir dies zu Beginn schwer, doch mir jedem Tag, an dem Du dies tust, wird es Dir leichter fallen. Selbstliebe ist unglaublich wichtig für Dein Wohlbefinden und Deine Gesundheit.

Der Tag kann beginnen

Nach diesen fünf kleinen Liebes-Einheiten kann der Tag beginnen. Natürlich ist es wunderbar, noch in Ruhe das Getränk Deiner Wahl genießen und frühstücken zu können. Doch selbst wenn nun Kinderfragen und Teenagersorgen auf Dich einprasseln, liegt in Dir eine Ruhe und Gelassenheit, dies zu meistern. Vor allem strahlst Du dies auch aus. Und je öfter Du Ruhe und Gelassenheit ausstrahlst, umso mehr wird sich dies auch auf Deine Kinder (und Deine:n Partner:in) auswirken.

 

Schreib mir gern Deine Erfahrungen zu diesen Tipps. Welche Methoden nutzt Du noch, um Deinen Tag möglichst angenehm zu gestalten?


Der Online-Videokurs Gefühlsbetont! Gefühlsausbrüche mit Gelassenheit begleiten bietet Dir die Möglichkeit, Deine eigenen Gefühle ganz neu zu entdecken, Wert zu schätzen und anzunehmen, um Deinen Sohn / Deine Tochter mit mehr Verständnis und Gelassenheit durch seine / ihre Gefühlsausbrüche zu begleiten und so mehr Harmonie in der Familie zu erleben. Schritt für Schritt gehen wir auf die Gefühle Wut, Angst, Trauer, Scham und Freude ein. Du erhältst Impulse für den Alltag und erprobte Ideen aus der Praxis, um Deine Tochter / Deinen Sohn durch einen Gefühlsausbruch zu begleiten - oder diesem gar vorzubeugen. In 7 übersichtlichen Kapiteln steckt meine Erfahrung aus 20 Jahren als Erzieherin, Trainerin, Tagesmutter, Coach und Mutter. All dies kannst Du in Deinem Tempo angehen, so wie Du und Deine Familie es gerade braucht.

Jetzt kostenlos in den Online-Kurs schnuppern

und erste Impulse gratis mitnehmen!


Kommentar schreiben

Kommentare: 0